03 August 2012

Trickfilme: Verstörend

Vorab: Dieser Beitrag dreht sich um Erinnerungen aus meiner Kindheit und spiegelt nicht meine Meinung über die Filme als gereifter Mensch wieder!

Wenn ich daran denke, was mich als Kind besonders beschäftigt hat, dann war es das Verarbeiten von dem, was ich im Fernsehen zu sehen bekam. Besonders einprägende Erlebnisse hatte ich beim Konsum von Trickfilmen, die teilweise eine außerordentlich lächerliche FSK besitzen. Dagegen sind „SAW“ und Co. für mich heutzutage wirklich friedliche Ausflüge in die Gedankenwelt gutherziger Menschen. Scheinbar hat mich dieser „Genuss“ schon als Kind abstumpfen lassen.

Nachdem ich mir einige Videos alter Trickfilme auf Youtube angeschaut habe, kann ich nur sagen, dass sie immer noch einen herben Beigeschmack für mich haben und die Gefühle von damals wieder sehr präsent sind. Und das obwohl sie nach all den Jahren deutlich harmloser wirken, als damals in Kindertagen und mir teilweise auch nur noch ein müdes Lächeln abverlangen können. Habt ihr auch Erinnerungen an Trickfilme, die euch Angst gemacht haben oder die ihr heute immer noch nicht sehen könnt?


Es gibt drei Filme, die ich als Kind gesehen habe und die mich aufgrund der mehr oder meistens weniger subtilen Gewalt wirklich verstört haben. Wie alt ich jeweils genau war, weiß ich nicht mehr, aber ich würde sie meinen Kindern nicht zeigen... Ich glaube meine Eltern waren nicht einmal anwesend, als ich die Filme gesehen habe. Für alle drei Filme gilt allerdings bis heute, dass mir von manchen Szenen schlecht wird, vor allem wenn sie aufgeschlitzte Bäuche und herausquellende Gedärme zeigen.
Versteht mich nicht falsch, ich würde jedem empfehlen wenigstens einmal einen Blick zu wagen, es sind tolle Filme mit einer Botschaft, aber als Kind haben sie mich einfach total verstört und zu Tode geängstigt. Spätestens danach mussten meine Eltern lernen, dass nicht alles, was gezeichnet wurde, auch für Kinder taugt. Und es tut irgendwie gut im Internet zu lesen, dass auch andere in ihrer Kindheit diese Filme sahen und Angst hatten. Das weckt sofort das Gefühl zu einer Gruppe Ausgewählter zu gehören. Im negativen Sinne.
Und so lächerlich das für manchen klingen mag: Meine Mutter hat sich schon vor Jahren dafür entschuldigt mich als Kind damit förmlich traumatisiert zu haben.

Bitte seht davon ab die Neuverfilmungen mit diesen Versionen zu vergleichen, es ist einfach nicht dasselbe, da für mich schon der düstere und abgegriffene Zeichenstil der absolute Horror geworden ist.


„Unten am Fluss - Watership Down“

Als der Sonnengott Frith die Welt erschuf, waren alle Tiere gleich. Doch bald bevölkerten die Wildkaninchen die ganze Welt und aßen so viel, dass es keine Nahrung mehr für die anderen Tiere gab. Die Arroganz des Kaninchenfürsten führte dazu, dass der Sonnengott entschied, die Tiere mit speziellen, unterschiedlichen Fähigkeiten und Gaben auszustatten. Von nun an jedoch gab es Feinde und Kämpfe, und die Kaninchen müssen permanent auf der Hut sein.
Fiver, der jüngere Bruder des Anführers Hazel, hat eine böse Vorahnung: Er sieht ihre gesamte Heimat blutüberströmt. Da er sich noch niemals zuvor getäuscht hat, bricht die Sippe auf, um eine neue Bleibe zu finden. Ein neues, gefundenes Plätzchen mutet auch gleich paradiesisch an, erweist sich jedoch schnell als Reinfall, denn überall stehen Kaninchenfallen. Auf ihrer Reise lernen sie auch Kehaar, die Möwe, kennen. Sie meckert zwar viel, doch wegen ihres gebrochenen Flügels stehen die Kaninchen ihr trotzdem zur Seite. Diese uneigennützige Geste soll sich bald für sie auszahlen, denn Kehaar hält Ausschau nach Kaninchendamen und warnt sie vor Feinden, wie beispielsweise dem allseits gefürchteten General Woundworth.
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Ich habe zwei Erinnerungen an „Unten am Fluss“: Das schwarze Kaninchen, weshalb ich am Ende nur noch geheult habe und die toten Kaninchen, die in den Gängen ihres Baus elendig zu Grunde gegangen sind. Das beklemmende Gefühl bei dieser Szene habe ich heute noch, wenn ich an menschliche Katastrophen wie das Ende der Titanic oder 9/11 denke, wo Menschen nicht vor ihrem Ende fliehen können, da es keinen Ausweg für sie gibt. Außerdem vermeide ich seither den Song „Bright Eyes“, weil ich dann wieder an den Film denken muss und Gänsehaut bekomme. Für mich ist das kein gefühlvoller Schnulzensong, sondern das gesungene Grauen!


Aufstand der Tiere - Animal Farm

Nachdem Bauer Jones wieder einmal angetrunken auf seinen Hof zurückgekehrt ist, ruft der alte Eber Old Major unmittelbar vor seinem Tod die Tiere zusammen und zettelt eine Revolution an. Unter Führung seiner Nachfolger Napoleon und Snowball vertreiben sie Jones und bewirtschaften die Farm ab sofort nur noch für sich, denn "alle Tiere sind gleich". Zunächst scheint sich alles zum Guten zu wenden, doch dann stellt sich heraus, dass sich Napoleon und seine Getreuen auf Kosten der anderen hungernden Tiere ein schönes Leben machen. Der Unmut wächst, doch Napoleon hält sich mit Terror an der Macht. 
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Leider konnte ich keinen besseren Trailer finden. Den Film habe ich dank Sozialkunde- unterricht mittlerweile verarbeitet, aber ich hatte als Kind immer schreckliche Angst vor dem bösen Schwein und dem „Schreien“ der Tiere... Das übertrifft auch heute noch den Schauer den ich bekomme, wenn ich an die rufenden Schafe aus „Das Schweigen der Lämmer“ denke.


„Felidae“

Seit dem Anfang der Zeit versuchte der Mensch sie zu unterwerfen und zu zähmen. Ihren Stolz haben sie dennoch nicht verloren, ihre Raubtiervergangenheit nie vergessen. Jetzt schreckt eine Reihe brutaler Morde das ganze Revier. Jeder Tag bringt neue, blutüberströmte Leichen ans Licht. Es gibt nur einen, der die Machenschaft des psychopatischen Killers aufdecken kann: Francis, der berühmtste Katzendetektiv der Welt. Bei seinen lebensgefährlichen Recherchen nah dem Serienkiller verstrickt sich der geschmeidige Kater in einem Netz von Leidenschaften und wildem Sex, geheimnisvollen Sekten und genialen Computerfreaks.
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Ich kann nicht viel zu diesem Film sagen. Mir dreht sich bei vielen Szenen noch immer der Magen um und er ist wahrscheinlich mit Abstand das Schrecklichste und Widerlichste, was ich bisher in gezeichneter Form zu sehen bekam. Das können auch heutige Filme nicht mehr toppen, egal wie blutrünstig sie sein mögen. Die toten, geköpften, mit Säure misshandelten oder aufgeschlitzten, Katzen haben sich in mein Gehirn gebrannt... Und das, obwohl ich den Film nur ein einziges Mal gesehen habe.

Kommentare:

  1. Oh o___o
    Die Filme klingen in der Tat sehr verstörend. Ich glaube, das wäre mir auch als Kind passiert... aber ich habe alle erwähnten Filme noch nie gesehen. Von Felidae hab ich auch gar noch nie gehört.

    "Fritz The Cat" fand ich allerdings als Kind sehr verstörend. Dabei war ich darüber froh, dass es einen Zeichentrickfilm im Nachtprogrammm gab. (Ich konnte damals nicht mehr schlafen und bin ins Wohnzimmer gekrochen...)
    Und ich dachte, der Film hätte was mit Felix The Cat zu tun. Aber da ging's nur um Sex, Drugs & Co. =/

    Und es gab ein paar Szenen aus "Als die Tiere den Wald verließen", die mich zum Weinen brachte. Aber ich liebe diese Serie trotzdem.

    Aber eins weiß ich... vor einer unbekannten Szene in "Wunderbare Pollyanna" habe ich mich total gefürchtet. Daran kann ich mich noch gut erinnern. Da habe ich vor lauter Panik einfach den Kopf weggedreht, mich aufs Sofa gelegt und in den Schlaf geweint. Aber ich weiß nicht, weshalb. Als ich etwas älter war, sah ich "Pollyanna" wieder, aber ich konnte diese Szene nicht mehr wiedererkennen. Das ist mir bis heute ein Rätsel, was das wohl für eine Szene gewesen sein könnte und warum sie mir so Angst gemacht hat! *kopfkratz*

    Aber generell finde ich es auch gut, wenn ernste bzw. erwachsene Themen in Zeichentrickfilmen behandelt werden, nur müsste man, wie du schon sagtest, sie besser kennzeichen. Zeichentrickfilm ungleich Kinderfilm! So!

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  2. "Unten am Fluss - War´tership Down" hatte icch früher geliebt und mehrfach geschaur, egal wie grausam das wahr. ^-^

    "Aufstand der Tiere - Animal Farm" hatte ich mal vor jahren einmal geschaut.
    Kann mich erlich gesagt nicht mehr gebau erinnern was da ablief. xD


    "Felidae" hatte ich früher als Kind 2-3 mal geguckt.
    Als ich ihn zum ersten mal sah, hat er mich sehr erschrocken! ^^"
    Da hatte ich zuerst auch nicht geschnallt um was es da ging! xD

    Damals hatte meine Mutter ihn als Video aufgenommen, ihr wahr bestimmt nicht bewusst dases da so blutig abgeht, sonnst hätte sie ihn mir nie aufgenommen. Sie sah nur die Katzen und das es ein Trickfilm ist. xD

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  3. Ansgt nicht wirklich, aber die Szene in Taran und der Zauberkessel, als der Bösewicht das erste Mal auftaucht, die hat Eindruck hinterlassen, da habe ich mitgebangt.

    Ich habe deine erwähnten Filme erst später gesehen und ich fand sie deshalb sehr spannend, wobei Warership Down habe ich in meiner Kindheit mal nebenbei geguckt, damals habe ich noch oft weggeguckt, wenn etwas zu spannend war xD die schlimmsten Szenen also verpasst bezw. das ganze Ende, die kenne ich erst aus den Internet.

    Animal Farm habe ich mir erst vor 3 Jahren angesehen und ich war begeistert. Der Film verarbeitet so viel. Fantastisch!

    Zeichentrick ist wahrlich nicht immer was für Kinder, aber besonders Disney hat dieses Klischee so geprägt, also ist es nicht verwunderlich, dass deine Eltern da auch keine Ahnung hatten... Disney hat alles umgekrempelt oô dabei ist Horror mit Zeichentrick und Animationsfilm an sich nicht ungewöhnliches, ist Zeichentrick doch auch nur ein weiteres Medium, in den es zu Filmumsetzungen kommt. Es kommt darauf an, was man damit macht. Wir als Animefans wissen das ja am besten.

    *knuff* schon doof, dass du in den Bereich so schlimmer Erfahrungen machen musstest.

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    Freut mich, dass du noch Zeit gefunden hast :) die Kurzfilme anzusehen. Der erste ist vom Stil her wirklich knuffig, für mich gerade so, dass es nicht zuviel wird.

    lg Akai

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  4. Ja, "Animal Farm" würde ich auch gern mal sehen. :)

    Hihi, danke für die Tipps, Sensei! Ich werde sie beherzigen! ^_^ Ich hab jetzt auch erst gesehen, dass es Fimo-Lack gibt. Gleich mal bestellen. Ich freu mich schon so darauf! :)

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  5. Hey Yoijo!
    Ich beginne grade eine kleine "Reihe" , hiermit tagge ich dich, falls du Lust hast, schau einfach ma vorbei ;)

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  6. Also ich habe nur an ein erlebnis gedacht, kannst es ja als kleine inspiration nehmen, musst ja net übernehmen (??) ... wenn man nichts eindeutiges hat, hat man auch nun mal nichts, da fällt das schreiben dann eher schwer ^^

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  7. Lorax will ich auch noch sehen :) wahrscheinlich erst auf DVD. Mich hat die Geschichte nicht so ganz umhauen können, aber die Bilder fand ich schön, der Kontrast zwischen den Farbenfrohen und der Dunkelheit.

    Hach, wassermelonen, ich liebe sie *__* mein letzter sonntag war auch sehr ruhig, aber ich finde das immer angenehm.

    glg Akai

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