04 Juli 2012

Text ohne Namen

Was soll das sein? Ein Text, den ich vor fast zwei Jahren während einer Zugfahrt geschrieben habe. Er sollte der Auftakt zu einer Geschichte werden, aber nachdem ich den Text einer Freundin gezeigt hatte und diese meinte, sie hätte etwas ähnliches schon einmal in einem Buch gelesen, konnte ich nie weiter schreiben. Ich habe ihn auch niemand anderem bis heute gezeigt und somit könntest genau du die zweite Person auf dieser Welt sein, der ihn lesen kann.

Wer mit Fantasy und Elfen (keine Flügel, spitze Ohren) nix anfangen kann, braucht gar nicht erst anfangen. ;)



Unter einer Esche saß ein Elf. Die Sonne stand tief über dem Gebirgsrand und färbte das Laub der Bäume in ein feuriges Rot. Der Herbst war über das Land gekommen und die Blätter der vielen Bäume im Land verloren ihre grüne Farbe. Die kleinen Wäldchen schienen mit ihren unzähligen Farben Muster bilden zu wollen, als hätte man sie absichtlich so gepflanzt. Der Elf spielte auf einer kleinen Kugelflöte, deren Holz beinahe schwarz zu sein schien und deren Grifflöcher schon abgenutzt waren. Man erkannte an seinem Spiel nicht, ob er es gelernt hatte, oder ob er einfach nur seinen Gefühlen freien Lauf auf diesem Instrument ließ. Er war kein geborener Barde, doch dieser Abend war wie dafür gemacht, ihm ein Lied zu widmen.
Neben ihm am Baum lehnte ein weiterer Elf und schien dem Spiel wortlos zu lauschen. Sie sprachen nichts, um das Flötenstück nicht zu unterbrechen und waren wohl sehr zufrieden damit.
Der Wind wogte über die weite Grasfläche am Fuße des kleinen Hügels, von dem aus die Melodie über das Land flog. Die Wellen ließen die langen Grashalme mal in einem saftigen Grün erscheinen und dann wieder in einem bedrückenden erdigen Ton. Hier und da überragten sie noch alte Reste von früheren Gebäuden, Ruinen, Stücke, die während des Krieges zerstört worden waren. Einst waren es Hallen gewesen, kleine Paläste, in denen Rat gehalten wurde und die den Dryaden gewidmet wurden. Die Baumgeister jedoch hatten sich nach dem Krieg nicht mehr in der Nähe der Elfenstadt blicken lassen und so verfielen die beschädigten Gebäude zu einer Trümmerlandschaft. Man konnte an einer Stelle noch eine Halle erkennen, eine runde, deren Kuppel nach innen eingefallen war und nun auf dem reich verzierten Mosaikboden lag. Zwischen den kleineren Teilen wuchsen Unkräuter und wilder Mohn, der im Sommer rot blühte und dem ganzen eine heimelige Atmosphäre gab. Um das zerfallene Gebäude herum lagen Säulen, deren einzelne Steinblöcke nicht mehr aufeinander, sondern nebeneinander ruhten. Unter dem hohen Gras verborgen waren Treppenstufen, die bis zu einem schmalen Bach hinunterführten.
Auf dem Hügel selbst standen nur wenige Bäume, allesamt Eschen. Auf seinem höchsten Punkt war er kahl, weder Gras noch Bäume wuchsen dort. Nur ein paar Felsbrocken, mannshoch, rahmten den Punkt. Hinauf führte ein schmaler ausgetretener Pfad, der einst von den Wachen in das Gras getreten und heute kaum mehr benutzt wurde. Auch Keleos war diesen Weg gegangen, als er noch Teil der festen Wache der Stadt gewesen war. Es war einige Jahre her, dass er für sein Volk gedient und mit den anderen Wächtern dort nach Feinden Ausschau gehalten hatte. Mittlerweile befürchtete man kaum mehr einen Angriff aus der Richtung, in dem in einiger Entfernung das Reich der Schwarzelfen lag. Die Wachposten waren weit nach außen verlegt worden und patrouillierten nur noch an der Grenze des Landes entlang.
Ihr Reich wurde von einem Gebirgsmassiv umrandet, sodass es nur zwei offene Grenzen gab. Die zu den falschen Elfen, die aus einem breiten Fluss bestand, der nur mithilfe einer Brücke überquert werden konnte und die  zum Reich der Menschen, von denen jedoch nie eine wirkliche Gefahr gedroht hatte. Der Frieden zwischen den beiden Elfenvölkern währte noch nicht lange und es waren bei Weitem nicht alle Opfer vergessen, die gebracht worden waren. Am Schlimmsten jedoch hatte es den Mutterbaum getroffen, der seit dem Beginn des Krieges an Kraft verloren hatte und in jedem Jahr weniger grüne Triebe zeigte.
Man hatte zur Unterzeichnung des Friedens den Schwarzen das Geschenk gemacht, ein Stück eines neuen Triebes vom Baum zu entfernen und diesen den verlorenen Elfen mitzugeben, damit sie einen eigenen Mutterbaum heranziehen könnten. Es ist jedoch überliefert, das der Baum keine Wurzeln in der neuen Heimat schlagen konnte und verdorrt ist. Für die Weißelfen war es ein düsteres Omen, doch die Schwarzelfen schienen wenig Interessen an dem jungen Trieb gehabt zu haben. Sie beteten schon vor dem Krieg weder zur Göttin Elbea, noch kümmerten sie sich um die Vegetation ihrer Heimat. Die Bäume und Pflanzen dort waren zwar ebenfalls Grün und gesund, doch war es ein weitaus dunklerer Ton und es gab keine bestimmte Symmetrie, in der dort alles wuchs. Es war ein grünes Chaos. Fand man Blumen, so hieß es, würden sie verdorren, wenn man sie pflückte und ihre Blüten sollten Erdfarben oder gar ganz Schwarz sein. Sie waren kaum mit den vielfältigen Farbvariationen im Reich der Weißelfen vergleichbar.
Der höchste Priester unter den Weißen sagte, dass der Mutterbaum allein diese Pracht im Reich der Elfen geschaffen hatte und da das Reich der Schwarzelfen hinter einem breiten Felsmassiv lag, die Kraft der Riesenesche nicht bis dorthin reichen würde, um ihnen ebenfalls diese Pracht zu bescheren. Man wusste nicht, ob es das war, was die Esche bedrückte, dass sie nicht mehr weiter wuchs und verkümmerte oder ob es ihre verlorenen Kinder selbst waren, die sie so nicht mehr erreichen konnte. Alle Elfen, die sich nicht selbst zum alles überragenden Baum begeben konnten, um ihm seine Kräfte und sein Leben zurück zu geben, waren für die weitere Schwächung des Baumes mit verantwortlich.
Die schwere Melodie setzte aus und der sitzende Elf hatte die schwarze Flöte von seinem Mund genommen. Sein Blick war zur Seite gerichtet, wo der andere am Baum lehnte und nun seinerseits zum Fuße des Hügels hinter den beiden blickte. In der Ferne erkannte man den Mutterbaum, um den bereits Glühwürmchen kreisten und in dessen Baumkrone man Lampions gehängt hatte. Die bunten Lichter glitzerten und kündeten von etwas Festlichem. Am Fuße des Hügels stand eine junge Elfe, vielleicht die Hälfte an Jahren der anderen beiden. Ihre Haaren lagen offen auf ihren Schultern und hatten einen fliederfarbenen Glanz. Auf dem Kopf trug sie einen Kranz aus ineinandergeflochtenen Blumen, die sie am Flussufer gesammelt hatte.
Nicht nur vor dem Hügel lag ein Wassergraben, auch hinter ihm führte ein breiter Fluss durch die Landschaft. Sein Arm entsprang dem großen See unterhalb der Elfenstadt, sein Wasser umspülte auch die Wurzeln des Mutterbaumes und trug so kleine Mengen seiner Macht in das Reich hinaus. Das Wasser versiegte in einer felsigen Spalte im Gebirge und niemand wusste genau, wohin das Wasser von dort aus floss.
Die kleine Elfe hob einen Arm und winkte Kyou zu, der oberhalb auf dem Hügel für sie sichtbar am Baum lehnte. Ihren Bruder hatte sie nur an der Melodie erkannt, die gespielt und von ihrem stummen Summen begleitet worden war, während sie Blumen für neue Kränze gepflückt hatte. Um ihren linken Arm hingen zwei davon, als sie beide Hände hob und an ihre Mundwinkel hielt, um ihr kommendes Rufen zu verstärken. Für einen hatte sie neben bunten kleinen Dahlien noch die Blätter der prächtigen Pflanze eingebunden, die zu allen Seiten abstanden und als weitere Dekoration dienten, um den Kranz fülliger erscheinen zu lassen. Der andere war aus blauen Astern gebunden und zwischen den Blüten waren lange Grashalme verwendet worden, um das Geflecht zusammenzuhalten. Er wirkte dünner und nicht so üppig verziert, wie der Erste.
Keleos stand vom Boden auf und ging ein Stück an Kyou vorbei, um zu sehen, weshalb seine Schwester nach ihm rief. Sie war nicht mit ihnen zusammen hierher gekommen, aber den Kränzen zufolge musste sie schon eine ganze Weile auf der Wiese unterwegs gewesen sein. Die beiden älteren Weißelfen kamen langsam den Anstieg herunter und blieben vor der kleinen Seraphina stehen, die bereits die Blumenkränze vom Arm genommen hatte und nun in beiden Händen hielt. „Hier für euch“, sprach sie und hielt ihrem Bruder den schmalen Kranz aus Astern hin, damit er ihn sich nehmen konnte. Ein wenig skeptisch blickte Keleos auf die Arbeit seiner Schwester und nahm sie dennoch dankend an. Kyou hingegen hielt sie den nun übrig gebliebenen Kranz mit beiden Händen hin und wollte ihn ihm selbst auf das Haupt betten.
Selbst wenn sie sich auf die Zehenspitzen gestellt und sich so weit wie sie konnte gestreckt hätte, so hätte sie nicht an den anderen herangereicht, um ihm die Blütenkrone aufzusetzen. Umso zufriedener war sie schließlich, als Kyou sich etwas vorbeugte und seinen blonden Kopf für sie erreichbar machte. "Das sind die ersten Dahlien diesen Herbst", gab die kleine Elfe stolz zu verstehen. Der Elf erhob sich wieder und sah zum Fluss herunter, der nur wenige Schritte von hier entfernt lag und von einer kleinen unbesteigbaren Felsformation gesäumt wurde. Das Rauschen war dadurch kaum hörbar und wurde selbst dann noch vom Wind in eine andere Richtung getragen. Keleos blickte seinen Freund an, der nun das Blumengeflecht auf seinem Kopf trug und aussah, als würde er zu den Waldnymphen gehören, die sich ausschließlich mit bunten Blumen schmückten. Er selbst hielt den Kranz noch in der Hand, bevor er ihn ebenfalls aufsetzte und Kyou sein Mitleid bekundete, indem er ihn gehässig angrinste. Sein kleiner Finger strich an dem des anderen Elfen entlang und verhakte sich kurz mit jenem, als würden sie im Stillen einen Schwur leisten wollen. Sein Gesicht war jedoch schon wieder seiner Schwester zugewandt, die sich an seinem linken Arm einhaken wollten und sich an ihren Bruder klammerte.
Zusammen ging das kleine Grüppchen über die Wiese am Fluss entlang. Ein paar Trauerweiden ließen ihre Blätter in der Strömung gleiten und raschelten, wenn die Vögel aufschreckten und durch die Äste hüpften, um zu sehen, wer unter ihnen vorbeiging. Schon bald erreichten sie einen befestigten Weg, der zur Stadt führte. Es schien als wären sie hier vollkommen allein. Viele andere waren längst in der Stadt und hatten sich unter dem Mutterbaum zu einem Fest versammelt. In einiger Entfernung sah man das Leuchten kleiner Lampions, die jedoch nicht in einem Baum befestigt zu sein schienen und sich über die Grasfläche bewegten. Sie kamen, weil das alljährliche Lichterfest kurz bevor stand.
Der Baum hatte einst die Güte bewiesen ihnen Schutz unter seinem breiten Blätterdach zu gewähren und die Elfen hatten aus Dank sich um den riesigen Baum gekümmert. Sie lebten in einer Symbiose, bei der sich die Elfen bemühten den Baum am Leben zu erhalten und zu pflegen und dafür vom Baum einen Teil seiner Macht für sich selbst verwenden durften. Alle Elfen wurden mit der Energie des Baumes gesegnet, wenn sie auf die Welt kamen. Über viele Generationen hinweg hatte es sich schließlich ergeben, dass vielen Neugeborenen durch ihre Ahnen mehr Energie zur Verfügung stand und sie prädestiniert für den Umgang mit Magie waren. Die anderen, weniger begabten Elfenkinder wurden stattdessen im Umgang mit Schwert und Bogen unterrichtet, aber es gab auch eine große Gruppe, die keinerlei Begabung besaß. Nicht alle Erben nutzten ihre Fähigkeiten aktiv zur Unterstützung der Stadt, man hatte nicht genug Arbeit zu vergeben und ein großes Heer aufzubauen war nach dem Frieden so gut wie undenkbar geworden. Es würde unter den anderen Völkern nur Gerüchte geben man würde erneut versuchen, die Schwarzelfen zum richtigen Glauben zu bekehren. Für den Fall eines Angriffes standen durch die Ausbildung der begabtesten Elfen immer noch einige fähige Krieger zur Verfügung.
Keleos Schwester gehörte zu der Gruppe der weniger begabten. Es schien ein Fluch für die Frauen der Sippe zu sein, keinerlei Magie beherrschen zu können. Sie betätigten sich als einfache Bauern, übten sich im Kunsthandwerk oder zogen in die Welt, um einer anderen Bestimmung nachzugehen. Viele von ihnen kehrten jedoch zurück in die Heimat, wenn sie vor der Niederkunft standen. Den Männern schien es angeboren zu sein mit dem Bogen zu kämpfen, Jäger zu werden oder im Heer einen Posten als Bogenschütze zu beziehen. Durch den Krieg hatte sich jedoch die Verwandtschaft um Keleos stark dezimiert und neben seinem Vater existierte nur noch ein anderer Familienzweig.
Unweit vor ihnen bog der flimmernde Lampion auf die Straße ein, der von einem jungen Elfen getragen wurde. Neben ihm ging eine dürre Elfin, die der kleinen Gruppe um Keleos zunickte.
Sie erreichten den kleinen Übergang, der sich quer über den Fluss streckte und nicht unweit von hier sah man schon die Wölbung der prachtvollen Brücke, die hinauf zur Stadt führte. Sie ruhte über einem See, der alle Flüsse hier speiste, und war direkt in das Blattwerk des Baumes gebaut worden. Man konnte Musik hören, die durch den Wind an das Ohr getragen wurde und die davon kündete, dass die Festlichkeiten bereits begonnen hatten.
„Wir kommen zu spät“, beklagte sich Seraphina und begann an dem Arm ihres Bruders zu zerren, damit er sich beeilen würde. „Geh doch vor“, gab es nur zur Antwort und der Elf spürte, wie sie seinen Arm losließ und alleine voraus lief. Dabei steckte sie den Elfen mit der kleinen Laterne an mit ihr zu laufen und beide verschwanden zwischen den Streben des Brückengeländers.
„Bist du aufgeregt?“, fragte Keleos neugierig und blickte zur großen Esche. Man konnte von hier aus bereits erkennen, dass sich wieder viele andere Elfen dort eingefunden hatten. Sie kamen aus dem ganzen Land und das Fest dauerte bis zum nächsten Vollmond an. „Nein“, entgegnete Kyou gelassen und sah vor sich auf den Weg. Schweigend gingen sie weiter und schon bald hatten sie die Prachtbrücke hinter sich gelassen. Sie gingen am Rand der Stadt hinter den Häusern und Lagern entlang. Man hatte von hier aus einen prächtigen Ausblick auf den Stamm des Mutterbaums und das dortige Geschehen.
Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt und über den Himmel zog sich ein Streifen, der von Gelb über Violett zu einem dunklen Blau reichte. Die Lichter glänzten und boten die einzige Lichtquelle oberhalb der Stadt. Man hatte Fackeln aufgestellt, die einen Kreis um das feuchte Becken der Weltenesche bildeten und im Wind flackerten. Große Tafeln waren herangeschafft worden, die im flachen Rand des Wasserbeckens standen und auf denen reichlich Speisen standen, vor allem frisch geerntete Obst- und Gemüsesorten. Dazwischen schien sich eine fast unbewegliche Masse an Elfen angestaut zu haben, die einem Treiben nah am Baum beiwohnte. Um zum Fuße des Baumes zu gelangen, mussten Kyou und Keleos eine andere Brücke wieder hinabgehen. Von der Spitze der Wölbung hatte man einen grandiosen Ausblick auf die Festlichkeiten. Nur ein paar Ältere hatten sich hier eingefunden und sahen schweigend aus der Ferne zu.
Direkt auf den Wurzeln des Baumes, die nur mit einem Boot oder durch Schwimmen erreichbar waren, standen Elfen verschiedener Größen Hand in Hand und wogten vor und zurück. Sie bewegten sich im Takt der Musik, die fröhlich klang und doch von etwas Unheimlichen begleitet wurde. Man erkannte, wie sich eine weißliche Aura um die Elfenkette zu bilden schien. Sie wogte wie ein zäher Kuchenteig vor und zurück und wurde dabei regelmäßig von den Besitzern überrundet. Nur langsam schien sich die Aura zu glätten. Die milchige Trübe wich einem klaren weißen Glanz und wie Zungen von Feuer flackerten einzelne Lichtbänder nach oben zum Baum. Sie schienen seine Rinde verbrennen zu wollen, leckten über die tiefen Furchen und flossen nach oben in die Baumkrone. Man meinte ein Knistern zu hören, ein Rauschen und dann kamen die wogenden Elfen dem Baum Schritt für Schritt näher.
Zwischen der Musik konnte man Stimmen hören, die etwas riefen und dann konnte man sehen, wie die Elfen langsam mit dem Baum verschmolzen, als würde er sie einfach absorbieren können. Ihre Gestalten lösten sich auf und die weiße Aura verschwand binnen eines Lidschlages, wobei sie sich wie eine weiche Decke um die Wurzeln legte. Die Musik erreichte dabei ihren Höhepunkt, wurde beinahe unerträglich laut und verfiel dann wieder in einen fröhlichen Klang.
Aus der Baumkrone zerstieben kleine Lichtflocken, die wie von einer Böe getragen einen langgezogenen silbrig glänzenden Schweif über den Abendhimmel malten, der in den Sonnenuntergang flog.
Keleos wendete sein Gesicht seinem Freund zu. Sie hatten sich nicht von der Brücke bewegt und dem Schauspiel zugesehen ohne ein Wort miteinander zu wechseln. Sie schwiegen einander oft an, verstanden sich auch ohne Worte sehr gut und wussten, dass sie einander blind vertrauen konnten. Das sie sich kennengelernt hatten, lag schon viele Jahrhunderte zurück. Schließlich brach Keleos doch das Schweigen und fragte seinen Freund: „Glaubst du wir machen das hier auch mal?“ Nicht alle Elfen schafften es hierher und konnten ihre vom Baum erhaltene Kraft zurückgeben. Dabei kam es nicht darauf an, wie stark ihre erhaltene Kraft war. Es war eine Ehre für jeden Elf und für jede Elfe, seine oder ihre Kraft dem Baum zur Verfügung zu stellen. Dieses Ritual gab es schon seit Anbeginn der Elfenzeit, doch während des Krieges hatte man das Ritual aus Mangel an reifen Elfen und der Gefahr, nicht an der Front zu kämpfen, aufgegeben. Wenn man auf dem Schlachtfeld starb, dann verließ die Macht des Baumes den Körper mit dem letzten Atemzug und konnte nicht mehr vom Baum aufgefangen werden.
„Vielleicht.“ Obwohl die Antwort weder Ja noch Nein ergab, so schien Kyou sie doch ziemlich sicher geben zu können. Eigentlich wünschten sie sich wohl beide nie irgendwo außerhalb des Landes sterben zu müssen, doch vielleicht war ihr Schicksal schon lange besiegelt. Keleos konnte nicht heilen und müsste sich auf Kyou verlassen, der kundig in der Versorgung von Wunden war, doch selbst dessen Magie war irgendwann begrenzt und konnte keine Toten wieder zum Leben erwecken. Er hatte sich schon oft von Kyou heilen lassen müssen, doch bisher waren es nur leichte Verletzungen, eine Verstauchung oder ein gebrochener Arm. Meistens jedoch nur Krämpfe, die ihn ihm Kampf am meisten behinderten. Es gab nichts Schlimmeres, als den Bogen nicht mehr anständig spannen zu können.
„Was glaubst du, wen sie in diesem Jahr ausgewählt haben?“ Die Masse um den Baum löste sich und verteilte sich an die langen Tafeln, um zu essen und auf die gegangenen Elfen anzustoßen. Kyou ging zum Rand der Brücke und setzte sich mit wenig Schwung auf das Geländer. Mit etwas Abstand folgte der andere ihm und lehnte sich gegen die Metallstreben, die etwa bis zur Brust reichten. „Du fragst jedes Jahr dasselbe“, beschwerte sich der Blonde und sah zum Mutterbaum. Das Lachen und Schwatzen der Feiernden war sicher kilometerweit zu hören.

Kommentare:

  1. Oh gott^^ Eine Geschichte =D Die muss ich mir unbedingt nochmal in Ruhe durchlesen aber so das was ich bis jetzt gelesen hab gefällt mir^^

    .............

    Mhm ich weis nicht wie die alten Manga Bücher sind aber ich habe gehört das sie nicht so gut wie die How to Draw Manga Bücher von jetzt sein sollen^^ Aber das ist denke ich jeden seine Meinung XD und wenn ich das neue Buch habe stell ich es auf jedenfall vor^^ ichf reu mich auch schon auf das BÖ Buch besonders da die Bücher auch immer besser werden =D

    lg Sandy

    AntwortenLöschen
  2. Jahaaa genau bei dir weis ich es noch ganz genau das du für den Namen Cedric gestimmt hattest^^ Ja du darfst dir jetzt ein Bild von mir wünschen dafür das du für den Gewinnernamen gestimmt hast^^ du darfst dir auch aussuchen ob digital gezeichnet oder mit bundstiften^^

    und auch wer =D wo ich wiederrum hoffe das ich den Charakter kenne XD es kann ein Charakter zum beispiel von dir sein solltest du dir schonmal welche ausgedacht haben ;) wie eine auftragsarbeit halt nur ihne was zu bezahlen XD

    lg Sandy

    AntwortenLöschen
  3. Hey! ^^

    Danke, ich freu mich auch schon total auf den Urlaub! Ich hoffe, dass der Reisebericht ansprechend wird und ich euch dann eine Menge toller Fotos zeigen kann. Das motiviert auch immer ein bisschen. Meine Klausuren sind übrigens inzwischen alle vorbei (deswegen auch meine Internet-Abstinenz).

    Auf den Text bin ich übrigens total gespannt. Ich hab ihn noch nicht gelesen, weil ich erst kommentieren wollte, aber das hole ich gleich nach. ^^

    AntwortenLöschen
  4. so jetzt antworte ich dir mal wegen deinen Bild^^ Sorry habs vorher nicht geschafft! Also wenn du mir ein paar Skizzen zeigen könntest von deinen Original Charakter und ein paar Informationen zu ihn werde ich mal sehen was ich machen kann =D Aber ich denke nicht das ich Probleme damit habe wenn ich ihn zeichne^^ Ich werd dann auch auf Digitaler Linie bleiben das liegt mir derzeit mehr XD

    du kannst mir ja die Bilder per Email schicken ;) Email steht auf meinen Blog unter Contact/PR^^

    lg Sandy

    AntwortenLöschen
  5. Hey^^ Ich habe dir und deinen Blog gen liebsten Blog Award verliehen ;)
    Schau hier da steht alles da: http://sketchbyminime.blogspot.de/2012/07/liebster-award-bekommen.html

    lg Sandy^^

    AntwortenLöschen
  6. Ich hab dich getaggt~

    Übrigens hab ich das Wochenende Papercraft ausprobiert xD und es gleichzeitig auch ganz vielen anderen Leuten näher gebracht. Alle haben fleißig gewerkelt, aber nur die wenigstens durchgehalten.

    lg Akai

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für eure Kommentare!
Erwartet meine Antworten bitte direkt unter euren Kommentaren, hier auf dem Blog.